Bitte beachten Sie: Zu allen Vorträgen sind uns Gäste herzlich willkommen. Alle Exkursionen sind den Mitgliedern vorbehalten.

Dieses Programm zur Erforschung und Erhaltung historischer Gärten können wir nur durchführen, wenn genügend finanzielle Mittel vorhanden sind. Unsere Gesellschaft finanziert sich aus den Mitgliedsbeiträgen.

Bitte vergessen Sie nicht, Ihren Beitrag von 35 EUR zu überweisen. Mit einer Spende können Sie unser Programm und unsere Aktivitäten ebenfalls wirkungsvoll unterstützen.

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Aktuelle Veranstaltungen

Sonntag, 28. Februar 2021,

Newsletter Pückler Gesellschaft

Liebe Pückler-Freundinnen und -Freunde,

wir hoffen, Sie alle sind gut in das neue Jahr gekommen – und weil uns wohl kaum etwas dringlicher beschäftigt, wünschen wir, es möge für uns alle ein gesundes neues Jahr bleiben und werden.

Welche Möglichkeiten haben wir, unsere Satzungsziele unter den Bedingungen der anhaltenden Pandemie zu verfolgen? Was können wir fortsetzen? Wie können wir das tun? Und können wir vielleicht Neues beginnen?

En plein air – die Befreiung vom Atelier genießen wir in der Landschaftsmalerei seit Constables Wolkengebirgen über der Weymouth Bay. Die Befreiung von geschlossenen Räumen genießt die Pückler Gesellschaft seit ihrer Gründung als besonderen Vorzug, mal mit, mal ohne sich auftürmende Wolkengebirge. Glücklicher Umstand, dass ihr Zweck die Erhaltung und Erforschung der Garten- und Landschaftskunst ist. Das hat sie vor anderen Gesellschaften voraus, die in dieser schwierigen Zeit nicht einfach ‚im Freien‘ ihre Ziele verfolgen können.

In Fortsetzung der Veranstaltungsreihe „Erhalten oder Gestalten?“ ist an eine Pleinair-Diskussion mit Prof. Adrian von Buttlar gedacht. Am liebsten würden wir uns dazu in einem Garten treffen. Rekonstruktion in der Gartendenkmalpflege bleibt also unser Thema. Nachdem wir im Januar 2020 den gut besuchten Auftakt mit Dr. Harald Blanke über Hundisburg hatten, wurden wir im September in Sanssouci durch Dr. Jörg Wacker mit den Problemen der Rekonstruktion an einem praktischen Beispiel vertraut gemacht. Urteilsfähig können wir in dieser Frage nur werden, wenn wir den Austausch mit Expertinnen und Experten, Praktikern und Praktikerinnen pflegen. Urteilsfähig müssen wir aber auch sein, weil es um eine Kernfrage im Umgang mit historischen Gärten geht.

Dass Gartendenkmalpflege keine leichte Aufgabe ist, haben wir 2016 in Portugal gesehen. Die Befreundung mit dieser wenig gekannten Gartenkultur am Rande Europas hat Folgen gehabt. Nicht nur sind uns andere nachgereist, inzwischen werden wir auch aus Portugal angefragt. Gesucht werden Expertise und Vermittlung für eine Pückler-Ausstellung in Lissabon. Es soll dabei nicht zuletzt um Pücklers Bedeutung für die moderne Landschaftsarchitektur gehen. Wir freuen uns über diese Aufmerksamkeit. Vielleicht gelingt es ja, auch einmal die Gärten im Norden des Landes zu besuchen. Jede weitere Verbindung nach Portugal kann uns dabei helfen. Hubertus Fischer hat als Mitglied des Vorstands eine Einladung zu einer Tagung in Queluz (Lissabon) für 2021 angenommen.

Nicht weniger liegt uns seit unserer Gartenreise im September 2015 unser Nachbarland im Osten am Herzen. Das Gartenbuch der Izabela Czartoryska hat sich auch in Polen als Türöffner erwiesen, zuletzt zum Palais Działyński in Posens Altstadt. Michael Seiler hat angeregt, die Gartenideen, die die Czartoryska in ihrem Buch aufgenommen und ihren Zwecken anverwandelt hat, genauer zu untersuchen. Auch ein solches Gespräch können wir uns gut im Garten, etwa auf der Pfaueninsel vorstellen. Vielleicht fördert es Beziehungen zutage, die uns bisher entgangen sind. Wenn eine solche Veranstaltung möglich wird, wollen wir gut vorbereitet sein. Nicht nur Czartoryskas Mancherlei Gedanken über die Art und Weise, Gärten anzulegen wollen studiert, sondern auch Michael Seilers neues Pfaueninsel-Buch will gelesen sein. Exemplare sind noch vorhanden. Bücher im Sessel lesen und über Bücher im Garten sprechen – es könnte schlechter kommen.

Obwohl sich das Spazierengehen in der aktuellen Situation zu einer außerordentlich beliebten und für nicht allzu wenige Menschen sogar neu entdeckten Freizeitbeschäftigung entwickelt hat, bleiben entferntere Gärten nun meist nicht nur für uns unerreichbar. Aber der Garten war auch immer schon ein Sehnsuchtsort, den die Phantasie beim Lesen und dem Betrachten von Gartenbildern betrat. Auf unserer Website laden wir dazu ein, Magische Gärten mit der hervorragenden Arte-Fernsehserie zu erkunden. Unsere Empfehlungen richten sich vor allem auf Folgen zu Gärten, die wir in den vergangenen Jahren auch mit eigenen Augen gesehen haben: Retrospektive, Wissens- und Schauenswertes, das wir vielleicht schon wieder vergessen haben oder das uns neu ist, und ein wenig nostalgische Wehmut.

Was kann man mit der Pückler Gesellschaft in diesen Zeiten noch Nutzbringendes tun? Seit der (Wieder‑)Gründung durch Gartenfreunde und Kunst- und Gartenhistoriker wie Dr. Hans B. Jessen, den Charlottenburger Schlösserdirektor Prof. Dr. Martin Sperlich, den Richter Bogumil Maetzel oder den Gartenhistoriker Folkwin Wendland im Jahre 1979 können wir nunmehr auch schon wieder auf eine über vierzigjährige Vereinsgeschichte zurückschauen. Es scheint uns gerade jetzt der Zeitpunkt günstig, das bisher Geleistete neu in den Blick zu nehmen, um daraus nicht zuletzt Anregungen für die Zukunft zu schöpfen. Wir haben uns daher entschlossen, unsere bisherigen Unternehmungen, Exkursionen und Vorträge aufzuarbeiten. So beginnen wir beispielsweise mit der Digitalisierung der zum Teil schon seit langem vergriffenen Hefte unserer Reihe Mitteilungen der Pückler Gesellschaft. Wir stellen diese nachgefragten Publikationen im pdf-Format auf unsere Internetseite und eröffnen so einer breiten interessierten Öffentlichkeit den Zugriff auf diese wegen ihres breiten Spektrums und ihrer Bedeutung für die Garten- und Landschaftsforschung wichtigen Publikationen (https://www.pueckler-gesellschaft.de/mitteilungshefte.html). Einführungen und Informationen zu den einzelnen Mitteilungsheften werden Sie dann auch in unserem Veranstaltungsprogramm finden.

Unsere Website bietet – abgesehen vom unersetzbaren realen Besuch von Gärten – Platz für manches, so auch für die Besprechung neuer Gartenbücher. Karin Seeber hat eine lang ersehnte Studie über Marie Luise Gotheins Geschichte der Gartenkunst vorgelegt, den Klassiker, der bei vielen von uns im Bücherschrank steht. Der Verlag fragte die Pückler Gesellschaft um eine Rezension an, und dem werden wir, sobald das Buch gelesen ist, gern nachkommen. Sicher können hier noch weitere ‚grüne‘ Lektüren die Leselust unserer Mitglieder anregen. Vielleicht fühlt sich der eine oder die andere eingeladen mitzuwirken?      

Wir wollen aber auch die Beziehungen in der direkten Nachbarschaft pflegen. Mit der Theodor Fontane Gesellschaft ist eine Begegnung verabredet. Sie gäbe uns Gelegenheit, unsere Pückler-Fontane-Matinee 2019 in Schloss Schönhausen in direktem Austausch fortzusetzen. Eventuell käme dafür der Schlosspark Charlottenburg in Betracht. Ein Nebenzweck könnte sein, dass die Gesellschaften ein wenig voneinander lernen, wie Schwierigkeiten am besten zu überwinden sind. Jede angedachte Begegnung steht natürlich unter Vorbehalt. Aber was möglich ist, werden wir möglich machen. Einen Teil unserer Aufgaben können wir auch dadurch erfüllen, dass wir uns, wie im Fall der geplanten Ausstellung in Lissabon, als Ansprech- und Kooperationspartner zur Verfügung stellen. Angesprochen wurden wir auch wegen der Übernahme einer privaten Fachbibliothek zu historischen Gärten. Eine Lösung zeichnet sich ab. Unsere Vermittlung war nicht weniger gefragt, als es um die Suche nach einem Nachwuchswissenschaftler für einen Forschungsauftrag ging. Hier zeichnet sich ein neues Aufgabenfeld im Rahmen unserer Gesellschaftsziele ab.

Neu möchten wir auch die Frage angehen, wie die Aufgeschlossenheit gegenüber historischen Gärten gefördert werden kann. Je früher, desto besser, scheint uns eine gute Maxime zu sein. Wenn wir auch die Kontaktaufnahme zu den Jugendbauhütten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz pandemiebedingt noch zurückstellen müssen, so kam doch der Gedanke auf, Inken Formanns Gartenkunst für Kinder an Schulen zu vermitteln. Dafür sollen Lehrerinnen und Lehrer angesprochen werden, die auf der Grundlage dieses Lehrwerkes einen Versuch starten wollen. Begonnenes fortsetzen und Neues beginnen: das könnte gelingen. Vielleicht auch mit diesem Neuansatz in der schulischen Bildung.

 

Und nicht vergessen: ohne Mitgliedsbeiträge können wir selbst im coronalen Ausnahmezustand nicht arbeiten…

 

Seien Sie alle herzlich gegrüßt

 

Ihre Mitglieder des Vorstands